Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die heutige Physik ist komplett falsch!!
Lews Therin
19.04.2005, 15:02
Hi zusammen,
nein, ich glaube nicht das, was der Titel aussagt. Dennoch gibt es sie - Leute, die der Meinung sind daß sie schlauer als Newton, Einstein und die heutigen Spitzenphysiker sind.
Vorgeschichte: gestern abend war ich bei einem Vortrag an unserer Uni, ein Vortrag über Einstein und ein kurzer Abriss seiner Arbeiten (Anlass: 2005 ist das Einstein-Jahr und das Weltjahr der Physik).
Nach der Vorlesung standen plötzlich überall Leute rum, die allen die sie erreichen konnten einen Zettel in die Hand gedrückt haben.
Inhalt dieses Zettels: ein Verriss der Relativitätstheorie, daß das alles nicht wahr sein könne und mathematisch falsch ist, daß die heutigen Physiker alle Schwindler und Scharlatane seien, die Messergebnisse so fälschen wie es ihnen passt um die vollkommen falschen Theorien zu untermauern.
Erstmal hab ich das für nen schlechten Scherz gehalten, aber in einer kurzen (sehr fruchtlosen) Diskussion hab ich gemerkt: die meinen das ernst. Ich habe mich gewundert, wie viel Naivität, Selbstüberschätzung, Ignoranz und "moralische Überlegenheit" ein einzelner Mensch gleichzeitig ausstrahlen kann.
Genug gelabert... falls euch die ganze Sache interessiert (und ihr den Leuten eine Mail schreiben wollt - würde ich aber nicht empfehlen, das nehmen die eh nicht wahr...) besucht diese Seite:
http://www.ekkehard-friebe.de/
Und hier findet ihr konkret die Kritik an Einsteins Spezieller Relativitätstheorie:
http://www.ekkehard-friebe.de/Dissler.htm
Wer sich ein wenig mit Mathematik auskennt sieht, daß der Mensch eine Milchmädchenrechnung nach der anderen macht. Allein der Titel: "Führt der Glaube an Einsteins Relativitätstheorie zu einer gewissen Art geistiger Invalidität?" ist Anlass um sich entweder bedauernd abzuwenden oder lachend auf dem Boden zu rollen. Ich bevorzuge Letzteres.
BP Adran
19.04.2005, 16:56
.....ein bayer....sagt alles..also net ernst nehmen :D
ne spaß beiseite...in der Forschung gilt doch sowieso generell ..mach dir gedanken wie es "theoretisch" aussehn könnte..und mach dann den "praktischen" test dazu...und so ist doch auch in der Physik ..außer das man mit einstein einen kopf hatte..der bis jetzt mit seinen theorien recht hatte..und zwar in vielen praktischen test..wurde sie bis jetzt immer bestätigt...komischer kauz..wenn er meint ..das die Test und daten gefakt sein solln -_-
erinnert mich ja fast an die kontroverse mit den amis ..was den Darwinismus angeht..wo die auch ständig zu streiten versuchen!
Aber was solls..forschung lebt von der kontroverse :D
Finde ja zum teil auch den streit der Paleontolgen/geologen interessant..der sich um das aussterben der Dinos dreht...wo die "Deep impact Theorie" mit der (muß nochmal recherischeren wie die genau heißt ;) ) anderen theorie kolidiert..wobei es sich darum genau handelt...es gibt ja die weit verbreitete theorie des Deep impact..wonach der asteriod zum aussterben der Dinos führte..aber die weißt einige schwachstellen auf...so das ein teil der geologen und paleontologen sagen..das es schon vorher eine schleichendes aussterben gab und sie auch ohne den Asteroiden ausgestorben wären. Ist auch eine interessante kontroverse ^^
Aber zu deinem denke ich mal..das er einfach nur mal an der erhabenheit der modernen physik (durch einstein geprägt) ruckeln wollte...du weißt ja..nur wer in der öffentlichkeit auffällt..gilt heute noch als "wissenschaftler" ;)
Bye and Adieu says BP Adran
brainbug
19.04.2005, 19:13
Dem Mann sollte jeder Zugang zu Büchern sowie zu anderen Menschen verboten werden, das ist ja nichtmehr feierlich. Das was er da vorrechnet wimmelt von Vereinfachungen und das mit ein wenig Grenzwertbildung 0/0 immernoch einen Wert hat ignoriert er auch völlig.
Abgesehen davon, die ganzen Fehler, die auf der Seite aufgeführt werden, es wird immer genannt was alles falsch sein soll, und warum es falsch sein soll und dutzende Versuchsausgänge werden für falsch erklärt, weil ein einzelner Versuch etwas anderes bewiesen hat.Oo
Um ehrlich zu sein bin ich zu faul das alles zu lesen, ob er nun wirklich eine Milchmädchenrechnung macht oder nicht kann ich nicht sagen aber es kommen mir einige Dinge doch seltsam vor. In einem Punkt kann ich mich meinem Vorredner allerdings nicht anschliessen, ich bin eher der ansicht das man ihm mal ein paar Bücher in die Hand drücken sollte und ihm einem paar Wissenschaftler zur Seite stellen mit denen er seine Rechnungen durchgehen kann um zu schauen wo fehler liegen.
Und sollte unsere moderne Physik doch irgendwo einen Fehler haben, womöglich an anderer stelle, würde ein riesiges geflecht zusammenbrechen - aber mal ehrlich das fänd ich doch recht lustig.
Barracuda
21.04.2005, 12:43
Habe mich noch nicht näher mit den Links beschäftigt - zunächst eine Frage: schreibt der Einstein-Kritiker gerade ein Buch?
Falls ja, ist seine Motivation klar. Genau wie den Verschwörungstheoretikern um den Moon-Hoax geht es ihm um Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, damit die Auflage des Buches steigt und er mehr Geld verdient.
Falls kein "Enthüllungsbuch" dahintersteckt, ist es halt wie bei allen "Gläubigen". Teile der Realität werden ignoriert, geflissentlich übersehen, uminterpretiert, damit sie in das eigene selbsterschaffene Weltbild passen. Anhand dieser verschobenen Wahrnehmung der Realität entsteht das eigene neue, wahre Bild der Wirklichkeit und wird als Heilsbringer vertickt.
Ich behaupte nicht, dass die Aussagen über die Raumkrümmung als Folge des Vorhandenseins von Masse incl. der Gravitationswirkung oder die Konstsnz der Lichtgeschwindigkeit etc. die ultimative Unfehlbarkeit besitzen, aber soweit ich weiß, ist die Relativitätstheorie die mit Abstand am besten experimentell bestätigte Theorie zur Erklärung des Kosmos. Sämtliche experimentell überprüfbare/beobachtbare Voraussagen wurden perfekt bestätigt.
:krank:
Der hat echt nen Schaden. Ich habe mich jetzt nicht an der Relativitätstheorie versucht, weil ich ehrlich gesagt echte Probelme habe, dem mathematisch zu folgen. Und an genau solche Leute mit Halbwissen wendet Friebe sich. Da wird mit Begriffen um sich geworfen, die man irgendwo schonmal gehört hat. Integrationskonstanten zum Beispiel, die jedoch meines Wissens nach immer unbestimmt sind. (genau wie das Vorzeichen bei der Umkehfunktion/Wurzel einer Quadrierung)
Also habe ich mich an Newton gewagt, und die Beheuptungen, die er da von sich gibt, sind zum Schreien.
Ich fasse mal seine These zum Thema Gravitation zusammen:
1. Gravitation als Anziehungskraft zwischen Massen, abhängig von Massengröße und Entfernung ist eine Lüge. Das Planeten sich um einen Stern bewegen, hat rein gar nichts mit dessen Masse zu tun, sondern mit ihrer Eigendrehung
2. Schwerkraft entsteht einzig und allein durch die Rotation der Körper.
Wenn die Phsyik von derart falschen Gesetzmäßigkeiten ausgeht, frage ich mich, wie es sein kann, dass auch nur ein einziger Satellit noch um die Erde kreist. Von Sonderlingen in Sachen Rotation mal ganz abgesehen. Die Venus dreht sich in umgekehrte Richtung und nur sehr langsam, nach Friebe müsste sie entweder aus dem System ausbrechen oder in die Sonne stürzen.
Lews Therin
22.04.2005, 21:17
Also... ich bin mit einem dieser Leute (Dr. Manfred Lang, der bei diesem Vortrag an unserer Uni in Freiburg war) in Mail-Kontakt getreten. Er hat 5000.- Euro für die Wiederlegung seiner Kontra-Relativititätstheorie-Argumente geboten. Das interessiert mich nicht (seitdem ich mit seiner Frau gesprochen habe an dem Abend weiß ich, daß er auch 100% richtige Argumente nicht an sich ran kommen lassen wird) aber die Erfahrung ist dennoch ganz interessant.
Zum Thema selbst: natürlich sind seine Behauptungen und die seiner Kollegen unhaltbar. Das mit der "Gravitation durch Eigendrehung" ist ein bestes Beispiel. Total konfus.
Ich kopier mal grad einen Teil dessen rein, was ich ihm geschrieben habe, falls es euch itneressiert....
Im dritten Absatz (unter "... der Erste Kardinalfehler" heißt es über die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: "Mathematisch ausgedrückt heißt das c = c + v = c - v = const".
Dieser Satz ist schlichtweg falsch. Bei der Addition von Geschwindigkeiten ist die Lorentz-Transformation anzuwenden (dazu später noch mehr); es existiert ein sogenanntes Additionstheorem der Geschwindigkeiten, das bei der Addition von relativistischen Geschwindigkeiten anzuwenden ist. Im nichtrelativistischen Grenzfall (kleine Geschwindigkeiten gegen c) ergibt das die normale Geschwindigkeitsaddition, die Sie in ihrer Rechnung fälschlicherweise verwenden.
Bei der Anwendung dieses Additionstheorems ergibt sich selbst für c + c wiederum c. Jetzt werden Sie mir sicher wieder "mathematische Unmöglichkeit" vorwerfen, daß c + c = c mathematisch nicht sein kann.
Sie vergessen jedoch, daß dieses Plus-Zeichen nicht die normale Addition, sondern die sogenannte "Einstein-Addition" bedeutet, also nichts anderes als die Anwendung des Additionstheorems das aus der Lorentztransformation hergeleitet wurde - und diese Addition ist vollkommen korrekt und in sich schlüssig; im Gegensatz zu Ihrer Schlussfolgerung.
Die Formel dazu lautet: v3 = (v1 + v2) / (1 + ((v1 * v2) / c^2)). Sie können gern beliebige Geschwindigkeiten einsetzen und werden immer korrekte Ergebnisse erhalten (wobei v3 die resultierende, v1 und v2 die zu addierenden Geschwindigkeiten sind).
So viel zu diesem Thema... das Problem ist: er glaubt auch daß die Herleitung der Lorentz-Transformation Schwachsinn ist. Well... solchen Leuten ist wohl kaum mehr zu helfen.
Es ist nämlich eine erstaunliche Tatsache, daß wohl kaum ein Wissenschaftler, der an die Relativitätstheorie glaubt, eine der Grundlagen von dieser, nämlich die Ableitungen der Lorentz-Transformation, nachgerechnet hat
Da hat er schon recht. Das macht nämlich spätestens im 6. Semester vom Physikstudium der Prof vorne an der Tafel...
Höhere Mathematik ist schon ne schwierige Sache, und Integrationskonstaten hat Einstein garantiert nicht vergessen. Die Relativitätstheorie hat auch eine ganze Menge schwächen (besonders im Qunatenbereicht), aber die kann man normalsterblichen Menschen nicht so ohne weiteres näher brigen.
Außerdem ist es unmöglich, einen wirklich zwingenden Beweis für eine wissenschaftliche Theorie zu finden. Sie wird einfach benutzt bis man etwas besseres hat, im Zweifelsfall mit einem eingeschränkten Gültigkeitsbereich.
Zum Thema Gravitation durch Rotation fällt mir da gerade etwas ein, es iist zwar ein bisschen Offtopic aber ich komme nun nicht drum herum es zu fragen.
Ich hab Mal, vor einer Weile, irgendwo gelesen dass man theoretisch künstliche Gravitation erzeugen kann indem man einen Schlauch um einen Ring wickelt und schnell (möglichst dickflüssige) Materie durch ihn hindurchlaufen lässt. Das ganze sieht also aus wie ne Spule nur eben mit nem Schlauch statt nem Draht und Flüssigkeit statt Strom. Allerdings war nach der Angabe der Effekt so gering dass er nicht Messbar wäre.
Was ist damit? War das Unsinn oder doch nicht? Falls nicht, würde dass nicht Aussagen dass Rotation von Masse Gravitation erzeugt.
Die Website auf der das Stand gibts wohl nicht mehr.
Lews Therin
24.04.2005, 13:20
Auf den ersten Blick würde ich sagen: Schwachsinn.
Wenn der Effekt so klein wäre, daß man ihn eh nicht messen könnte, wieso dann der Versuchsaufbau? Das ergibt keinen Sinn.
Selbst wenns so wäre könnte man es nicht beweisen, und es gibt meines Kenntnisstandes nach keine ernsthafte Theorie, die das wirklich vorhersagen könnte - d.h. postulieren kann man das gerne, ergibt aber nicht mehr Sinn als die sog. "Drucktheorie der Gravitiation" (auch so ein abstruses Konstrukt, das allerdings sogar mathematisch zumindest die Realität einigermaßen beschreiben kann).
Barracuda
24.04.2005, 17:27
Zum Thema Gravitation durch Rotation fällt mir da gerade etwas ein, es iist zwar ein bisschen Offtopic aber ich komme nun nicht drum herum es zu fragen.
Ich hab Mal, vor einer Weile, irgendwo gelesen dass man theoretisch künstliche Gravitation erzeugen kann indem man einen Schlauch um einen Ring wickelt und schnell (möglichst dickflüssige) Materie durch ihn hindurchlaufen lässt. Das ganze sieht also aus wie ne Spule nur eben mit nem Schlauch statt nem Draht und Flüssigkeit statt Strom. Allerdings war nach der Angabe der Effekt so gering dass er nicht Messbar wäre.
Was ist damit? War das Unsinn oder doch nicht? Falls nicht, würde dass nicht Aussagen dass Rotation von Masse Gravitation erzeugt.
Die Website auf der das Stand gibts wohl nicht mehr.
Zu den rotierenden Massen... kennt Ihr Podkletnov und seine supraleitenden Drehscheiben?
Mit denen soll man ja angeblich die Gravitation abschrimen können, so im Bereich 0,5 bis 1,5% - was bis jetzt angeblich gemessen wurde. Kam vor Jharen auch mal ein Bericht darüber im MDR, lief auch eine Zeitlang nachts auf BR-alpha. Angeblich sei das nach irgendeiner Theorie sogar mathematich nachvollziehbar, dass schnelldrehende Massen/Magnetfelder eine Art entgegengesetzte Gravitation erzeugen. *grübel*
Lews Therin
24.04.2005, 18:35
Nehmen wir als Beispiel mal einen Neutronenstern. Der entsteht wenn die Hülle eines Sterns am Ende seines "Lebens" ins Weltall gestoßen wird und der Rest, der nur noch aus Neutronen besteht in sich zusammenfällt.
Aufgrund der Drehimpulserhaltung rotiert dieser Neutronenstern sehr sehr schnell um seine Achse, üblicherweise in der Größenordnung der Frequenz von einer bis wenigen Sekunden (für eine Umdrehung) bei einem Radius in der Größenordnung von wenigen Kilometern.
Das bedeutet wir haben hier so dichte Masse wie wir sie hier niemals herstellen könnten: 1 Kubikmilimeter (also eine etwa Stecknadelkopfgroße Masse) würde ca. 282200000 Kilogramm, also 282,2 Kilotonnen wiegen (!!)
Diese Masse rotiert mit einer Geschwindigkeit, die an der Außenseite des Sterns einige tausend Meter pro Sekunde, also überschlagsmäßig so bei 5- bis 10.000 km/h liegt.
Nach dieser erwähnten Dreh-Gravitations-theorie müßte ein Neutronenstern also einen riesigen Gravitationswirbel erzeugen und ähnlich eines schwarzen Loches alles in seiner Umgebung einsaugen oder zumindest die in seiner Nähe befindlichen Himmelskörper stärker beeinflussen als er es seiner einen Masse nach dürfte - die kann man nämlich in etwa angeben, indem man die vor der Implosion vom Stern weggesprengten Gaswolken untersucht (durch Spektroskopie o.Ä.) Hätte man da was auffälliges gefunden wäre es mittlerweile bekannt.
Ein Gegenargument gegen diese Vorgehensweise wäre die Überlegung, daß die Drehimpulserhaltung auch in der Gravitationsfelderzeugung greift; denkbar wäre hier mathematisch gesehen eine Art Trägheitstensor.
Nach dieser erwähnten Dreh-Gravitations-theorie müßte ein Neutronenstern also einen riesigen Gravitationswirbel erzeugen und ähnlich eines schwarzen Loches alles in seiner Umgebung einsaugen oder zumindest die in seiner Nähe befindlichen Himmelskörper stärker beeinflussen als er es seiner einen Masse nach dürfte
Ich verstehe nicht recht wieso er einen Gravitationswirbel erzeugen müsste und nicht einfach nur Gravitation.
Wieso bist du dir so sicher dass die hohe drehgeschwindigkeit, ein so hohe zusätzliche Gravitation erzeugt? Die durch Drehung erzeugte Gravitation müsste ja nicht zwingend linear steigen, oder? Wenn das ganze von der Zunahme her ähnlich der Funktion ln(x) (also nur von der Form her) aussieht. Ich weiss jetzt natürlich nicht wie das mit den Neutronenstern im Detail berechnet wurde daher könnte mein Argument natürlich völlig Sinnlos sein.
Persönlich würde es mich allerdings nicht wundern wenn die Rotation eines Objekts auch zur Gravitation beitragen würde, auch wenn es dafür kein Wissenschaftlichen Beweis gibt. Aber ich bin halt auch kein Physiker.
Was den Versuchsaufbau angeht, dass künstlich Gravitation erzeugt wird, der ist mindestens so sinnlos wie deine Berechnung mit dem Neutronenstern. Mag sein, dass man die Gravitation, wenn es sie da denn gibt, nicht messen könnte aber du kannst auch das Gewicht eines Neutronensterns nicht wirklich messen, sondern nur errechnen, oder?
Lews Therin
26.04.2005, 07:51
Ich verstehe nicht recht wieso er einen Gravitationswirbel erzeugen müsste und nicht einfach nur Gravitation.
Wieso bist du dir so sicher dass die hohe drehgeschwindigkeit, ein so hohe zusätzliche Gravitation erzeugt? Die durch Drehung erzeugte Gravitation müsste ja nicht zwingend linear steigen, oder? Wenn das ganze von der Zunahme her ähnlich der Funktion ln(x) (also nur von der Form her) aussieht. Ich weiss jetzt natürlich nicht wie das mit den Neutronenstern im Detail berechnet wurde daher könnte mein Argument natürlich völlig Sinnlos sein.
Ein Wirbel deswegen, weil die die diese Theorie aufgestellt haben anscheinend von der Existenz eines Äthers ausgehen; und die zusätzliche Gravitation auf der Wirbelbildung im Äther aufgrund von Rotation basiert.... oder so ähnlich (in dem Punkt waren sie sich wohl nicht so einig).
Daß die postulierte zusätzliche Gravitation mit ln(x) oder einer ähnlichen Funktion ansteigt halte ich für nicht sehr wahrscheinlich. Ich kenne kein Naturgesetz, das sich an eine so verquere Form halten könnte. Ich weiß, daß das kein "Argument" in dem Sinn ist; ein Mensch der mehr von Physik versteht als ich könnte jetzt mit der Isotropie des Raumes und Impulserhaltung argumentieren, aber mir fehlen momentan noch die Zusammenhänge um meine Gedanken plausibel zu machen bzw. die Möglichkeiten es verständlich auszudrücken *sorry*
Was den Versuchsaufbau angeht, dass künstlich Gravitation erzeugt wird, der ist mindestens so sinnlos wie deine Berechnung mit dem Neutronenstern. Mag sein, dass man die Gravitation, wenn es sie da denn gibt, nicht messen könnte aber du kannst auch das Gewicht eines Neutronensterns nicht wirklich messen, sondern nur errechnen, oder?
Man kann nichts messen, sondern alles nur errechnen. Jedesmal wenn du in irgend einer Naturwissenschaft einen Wert von irgendwas bestimmen willst, mußt du dir erstmal einen Versuch ausdenken mit dem du das hinkriegst. Im Physikstudium machst du etliche Praktikas, in denen du genau das lernst: aus deinen Messdaten ein Ergebnis gewinnen und - ganz wichtig - angeben können wie genau das stimmt. Das bedeutet: Fehlerrechnung und Fehlerabschätzung.
Ich hab nochmal über die Sache mit dem Neutronenstern nachgedacht, und mir überlegt daß das eigentlich ein ziemlich ... schlechtes Beispiel ist. (Die Gründe liegen wiederum im Erhalt des Drehimpulses und der Annahme, daß wenn durch Rotation Gravitation erzeugt wird diese proportional zum Selbigen sein müßte).
Ein anderes Gegenargument, das etwas einfacher anzugehen ist:
Es gibt die sog. Cavendishsche Gravitations-Drehwaage. Bei der werden vier Massen drehbar aufgehängt (für den genauen Versuchsaufbau: siehe hier: klicken! (http://www.physik.uni-muenchen.de/leifiphysik/web_ph11/versuche/10_gravi_waage/gravi_waage.htm))
Auf jeden Fall kann man mit dieser Drehwaage die gegenseitige Anziehung dieser Massen sehr genau messen. Und siehe da; sie ziehen sich an obwohl sich keine davon dreht.
Naja, und jetzt hat man die Gravitationskonstante (aus den Messdaten errechnet) und kann damit z.B. die Planetenbewegungen beschreiben. Das Gewicht von z.B. der Erde kennt man relativ gut (weil man den inneren Aufbau durch seismische Messungen usw. bestimmen kann); das von der Sonne ebenfalls (weil man die Zusammensetzung von Sternen durch Spektroskopie sehr gut bestimmen kann) und siehe da - würde durch Rotation zusätzliche Gravitation erzeugt werden dann wäre die Anziehungskraft höher als sie ist; ist sie aber nicht --> Bullshit.
Noch ein Argument: es gibt "geostationäre" Satelliten, unsere Fernsehsateliten zum Beispiel. Die bleiben immer über dem gleichen Punkt der Erdoberfläche, umreisen die Erde in 24 h also genau 1 mal; von ihnen aus gesehen rotiert die Erde also nicht. Trotzdem werden sie mit genau der gleichen Kraft angezogen wie Satelliten, die in 2 Stunden 1 mal um die Erde rasen (womöglich noch gegenläufig). --> Bullshit.
Okay jetzt ists Zeit für Uni ^_^
Ein Wirbel deswegen, weil die die diese Theorie aufgestellt haben anscheinend von der Existenz eines Äthers ausgehen;
Ach so. Ich bezog mich auf die Idee, dass das laufen einer Flüssigkeit durch diese Schläuche Gravitation erzeugt. Das wurde Analog zum Aufbau einer Spule dargestellt die durch den gewickelten Draht ein EM Feld erzeugt (wenn ich mich nun nicht täusche). Also bei mir war nix mit Äther und Wirbel ^^
Es gibt die sog. Cavendishsche Gravitations-Drehwaage. Bei der werden vier Massen drehbar aufgehängt (für den genauen Versuchsaufbau: siehe hier: klicken!)
Auf jeden Fall kann man mit dieser Drehwaage die gegenseitige Anziehung dieser Massen sehr genau messen. Und siehe da; sie ziehen sich an obwohl sich keine davon dreht.
Naja, und jetzt hat man die Gravitationskonstante (aus den Messdaten errechnet) und kann damit z.B. die Planetenbewegungen beschreiben. Das Gewicht von z.B. der Erde kennt man relativ gut (weil man den inneren Aufbau durch seismische Messungen usw. bestimmen kann); das von der Sonne ebenfalls (weil man die Zusammensetzung von Sternen durch Spektroskopie sehr gut bestimmen kann) und siehe da - würde durch Rotation zusätzliche Gravitation erzeugt werden dann wäre die Anziehungskraft höher als sie ist; ist sie aber nicht --> Bullshit.
In Ordnung, dieses Beispiel ist mir schlüssig und es wiederlegt auch fast alle überlegungen zur Gravitation durch Rotation.
Noch ein Argument: es gibt "geostationäre" Satelliten, unsere Fernsehsateliten zum Beispiel. Die bleiben immer über dem gleichen Punkt der Erdoberfläche, umreisen die Erde in 24 h also genau 1 mal; von ihnen aus gesehen rotiert die Erde also nicht. Trotzdem werden sie mit genau der gleichen Kraft angezogen wie Satelliten, die in 2 Stunden 1 mal um die Erde rasen (womöglich noch gegenläufig). --> Bullshit.
Dieses Beispiel hier, obgleich es nach dem obendrüber nicht mehr notwendig ist, finde ich allerdings nicht sehr einleuchtend. Wenn die Rotation die Gravitation erzeugt, dann ist es egal wie sich ein Objekt im Gravitationsfeld bewegt oder nicht bewegt. Die Rotation wäre verantwortlich für die Gravitation der Erde nicht aber für die Beziehung zwischen dem Satelliten und der Erde.
Das bringt mich aber gerade auf etwas anderes. Was ist mit der Fliehkraft, die wird ja definitiv durch Rotation erzeugt, oder? Und irgendwie wirkt die Fliehkraft die bei einer Rotation entsteht ja auch Gravitation auf. (an dem Punkt an dem Gravitation-Fliehkraft=0 ist)
Ich weiss nicht viel über die Fliehkraft, aber müsste die nicht zu einer der 4 Grundkräfte gehören? Zu welcher gehört sie also? Oder bin ich nu vollkommen auf dem Holzweg.
Ich bin kein Physiker - sollte man mittlerweile gemerkt haben - wenn ich also heir mist schriebe behaupte sonstiges, korrigiert mich und habt bitte etwas nachsehen mit mir ^_^
brainbug
26.04.2005, 15:41
Das bringt mich aber gerade auf etwas anderes. Was ist mit der Fliehkraft, die wird ja definitiv durch Rotation erzeugt, oder? Und irgendwie wirkt die Fliehkraft die bei einer Rotation entsteht ja auch Gravitation auf. (an dem Punkt an dem Gravitation-Fliehkraft=0 ist)
Ich weiss nicht viel über die Fliehkraft, aber müsste die nicht zu einer der 4 Grundkräfte gehören? Zu welcher gehört sie also? Oder bin ich nu vollkommen auf dem Holzweg.
Ich bin kein Physiker - sollte man mittlerweile gemerkt haben - wenn ich also heir mist schriebe behaupte sonstiges, korrigiert mich und habt bitte etwas nachsehen mit mir ^_^
Die Fliehkraft ist keine Kraft wie Gravitation, usw, die Fliehkraft resultiert einzig und allein darin, das jeder Körper seine Geschwindigkeit und Richtung beibehalten will. Wenn man sich also auf einer Kreisbahn bewegt, hat man eigentlich immer das Bestreben, sich stattdessen geradeaus fortzubewegen, man muss also eine Kraft aufwenden um auf der Kreisbahn zu bleiben, also um ständig die Richtung zu ändern. Die Fliehkraft ist also lediglich ein Produkt der Trägheit.
Lews Therin
26.04.2005, 22:38
Die Fliehkraft ist keine Kraft wie Gravitation, usw, die Fliehkraft resultiert einzig und allein darin, das jeder Körper seine Geschwindigkeit und Richtung beibehalten will. Wenn man sich also auf einer Kreisbahn bewegt, hat man eigentlich immer das Bestreben, sich stattdessen geradeaus fortzubewegen, man muss also eine Kraft aufwenden um auf der Kreisbahn zu bleiben, also um ständig die Richtung zu ändern. Die Fliehkraft ist also lediglich ein Produkt der Trägheit.
Dem ist eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen - der Vollständigkeit halber noch ein oder zwei Ergänzungen.
Die Fliehkraft ist eine sog. "Scheinkraft", also eine Kraft die auftritt wenn man sich in einem beschleunigten Bezugssystem (also z.B. auf einem Karusell) befindet. Wir Pysiker sagen dazu "Nicht-Inertialsystem". Beschleunigung bedeutet in diesem Kontext auch z.B. sich auf einer Kreisbahn zu befinden; man wird permanent auf den Mittelpunkt zu "bechleunigt" und ändert damit seine Richtung. "Scheinkraft" nun deswegen weil es somit eben keine "richige" Kraft wie z.B. die Gravitationskraft ist, sondern durch äußere Einflüsse entsteht, die überhaupt nichts mit Gravitation zu tun haben müssen (z.B. ein Faden an dem man was im Kreis schleudert ;) )
Eine weitere Scheinkraft die im Gegensatz zur Fliehkraft nicht sehr bekannt ist ist die sog. "Corioliskraft". Sie tritt ebenso wie die Fliehkraft in rotierenden Bezugssystemen (wie z.B. die Erde) auf. Sie sorgt dafür, daß auf der Nordhalbkugel der Erde fallende Gegenstände nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt werden; das berühmteste Beispiel dafür ist der unterschiedliche Drehsinn der Wirbel bei abfließendem Wasser auf der Nord- bzw. Südhalbkugel. Auch das Wetter wird davon beeinflusst, die Corioliskraft treibt die Tiefs von England zu uns; und sorgt dafür das das Foucaultsche Pendel funktioniert (könnt ja mal googeln falls euch das interessiert; oder ich kann die Kräfte formal herleiten, das hab ich fürs Vordiplom gelernt :D )
Nun ja, mit Hilfe der Fliehkraft, lässt sich aber, bei entsprechend schneller Umkreisung eines Objekts dessen Gravitationswirkung aufheben. Das ist ja unter anderem auch das Prinzip der Satelliten. Mit allen anderen 3 Grundkräften lässt sich dies aber nicht tun, oder täusche ich mich da?
brainbug
27.04.2005, 15:36
Nun ja, mit Hilfe der Fliehkraft, lässt sich aber, bei entsprechend schneller Umkreisung eines Objekts dessen Gravitationswirkung aufheben. Das ist ja unter anderem auch das Prinzip der Satelliten. Mit allen anderen 3 Grundkräften lässt sich dies aber nicht tun, oder täusche ich mich da?
Naja, du könntest auch versuchen die Erde und den Sateliten stark genug mit der selben Ladung zu laden und sie würden sich abstoßen, genauso, seh dir das Prinzip einer Magnetschwebebahn an, da überwindet man die Schwerkraft auch, nur halt magnetisch, über Diamagnetismus geht das auch, man kann sogar Lebewesen schweben lassen, wenn man nur ein starkes Magnetfeld aufbaut ( http://www.hfml.science.ru.nl/levitate.html )
Mit der starken und der schwachen Wechselwirkung fällt mir kein Beispiel ein, da beide ja nur auf extrem kurze Distanzen wirken.
Lews Therin
27.04.2005, 19:31
Genauer gesagt haben wir 4 "Grundkräfte" - Elektromagnetismus, starke und schwache Wechselwirkung und eben Gravitation.
Fliehkraft "hebt" die Gravitation nicht auf, Sie wirkt nur entgegen und kompensiert sie (hört sich zwar "gleich" an, ist aber ein fundamentaler Unterschied).
Das funktioniert wie es Brainbug geschrieben hat auch bei der Elektrostatik; ein ganz "kleines" Beispiel dafür ist das simple Bahnmodell des Atoms.
Im einfachsten Atommodell wirkt ja ebenfalls die Fliehkraft der elektrostatischen Anziehung von negativem Elektron und positivem Atomkern entgegen, und hält es somit nach dem gleichen Prinzip wie einen Satelliten auf einer "Kreisbahn" um den Kern. (Dieses Modell ist recht nützlich und gut vorzustellen - hat aber mit der Realität so viel zu tun wie ein Flugzeug als "fliegendes Ding" zu beschreiben).
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